Lebensmittelskandale

 

Die Aufregung um BSE-verseuchtes britisches Rindfleisch ist noch nicht verdaut, da erreichen uns in den letzten Wochen Meldungen über Dioxin in Geflügelfleisch und Eiern aus Belgien.

Die Arbeitsgruppe „Lebensmittelskandale“ versuchte, die Hintergründe zu ermitteln.
Was sind Dioxine ? Dioxine kommen in der Natur nicht vor. Sie entstehen ungewollt als Nebenprodukte bei Verbrennungsprozessen sowie bei der Herstellung von Holzschutzmitteln und PVC.

Dioxine, die über die Nahrungsmittelkette in den menschlichen Körper gelangen, schädigen die Leber und können Krebs auslösen.
Warum häufen sich diese Probleme in den letzten Jahren ?
1. Großbetriebe erhalten die größten Subventionen, die Industrialisierung der Agrarwirtschaft
setzt sich fort. Glückliche Kühe werden seltener, freilaufende Hühner ebenso, Legebatterien sind produktiver.

2. Dioxinanalysen sind teuer und langwierig. Sie dauern etwa vier Wochen und kosten über 1000 DM.

3. Weil unsere Nahrung möglichst billig sein soll, werden die Tiere gnadenlos gemästet. Das Futter besteht aus Getreide, Sojaschrot, Tierkörpermehlen, Vitaminen und Mineralstoffen.

Der Fettanteil beträgt bis zu 3%.
Aus 40 g leichten Küken werden in den Mastställen in nur einem Monat drei Pfund schwere Grill-Hähnchen - eine Gewichtszunahme um 3600%. Ginge ein menschliches Baby mit sieben Pfund Geburtsgewicht im gleichen Tempo in die Breite, müsste es nach gut einem Monat etwa 130 kg wiegen.

Ein Batteriehuhn legt heute rund 300 Eier pro Jahr, vor fünfzig Jahren waren es nur 120.
Das Schwein entsorgt Molke, Restmilch und zu Tiermehl verarbeitete Überreste seiner an Schweinepest gestorbenen Artgenossen.

Experten sind der Ansicht, dass diese Entwicklung nur aufzuhalten wäre, wenn die Verbraucher teurere Produkte kaufen würden. Doch das tun sie nicht. Zwar geben sie sich in Umfragen gesundheits- und qualitätsbewusst, sie finden Legebatterien ebenso abstoßend wie tagelange Tiertransporte quer durch Europa. Doch im Supermarkt greifen sie zum Billig-Importfleisch und zu den Eiern aus Legebatterien.

Ursache für dieses Verhalten sei eine Werteverschiebung. Urlaub, Freizeit und Auto seien den  Menschen heute wichtiger als Ernährung.

 

Außerdem haben wir noch ein weiteres Dilemma: Nehmen wir hochwertige und unbedenkliche Rohstoffe wie Kartoffeln oder Mais, sind die Tiere Nahrungsmittelkonkurrenten des Menschen. Alles, was das Vieh frisst wird der menschlichen Ernährung entzogen und verschärft das Welthungerproblem. Verfüttern wir umgekehrt all das, was nicht mehr zum menschlichen Verzehr geeignet ist, mehren wir zwar die verfügbare Nahrung, bekommen aber Probleme mit Krankheitserregern und Rückständen.

 

Der Dioxin-Skandal wird nicht der letzte in der Agrarwelt sein. Die toten Küken eines belgischen Hühnerbarons wurden wieder zu Tiermehl verarbeitet. Der Mist der belgischen Hühner ist vermutlich längst als Dünger auf den Erdbeerfeldern gelandet. Das Dioxin ist jetzt also in den Erdbeeren. Hauptsache es schmeckt !?

 

 

 

 

Liebe GLOBE-Schüler im Projekt „Hauptsache es schmeckt“,

werden solche Diskussionen in eurem Land auch geführt ? Wie verhält sich die Regierung ? Welcher Wert wird der Ernährung bei euch beigemessen ? Würdet ihr mehr Geld dafür ausgeben ?  Wie könnte man das beschriebene Dilemma eurer Meinung nach lösen ?